„Wir haben eine Bauplanung für eine Tagespflege mit 20 Plätzen erhalten. 3 WCs sind dort eingezeichnet. Reichen diese?“ „Wieviel Betten benötigt eine Tagespflege für die Ruheräume?“ Wie sollte eine Küche in einer Tagespflege aussehen?“ „Müssen wir eine Pflegebadewanne einbauen?“ „Gibt es bauliche Erfolgsfaktoren, die die spätere Arbeit erleichtern?“

Diese und viele weitere Detailfragen erhalten wir häufig. Diese Fragen entstehen auch bei der Planung einer neuen Tagespflege oder bei einem Umbau oder Erweiterung einer bestehenden Tagespflege.
Allgemein gilt: Je besser eine Tagespflege aus betreuerischer und pflegerischer Sicht bei einem Neu- oder Umbau geplant wird, umso sehr unterstützen die baulichen Gegebenheiten Ihre spätere tägliche Arbeit in der Tagespflege. Daher sollten Sie als (potentielle) Tagespflegeleitung sich soweit wie möglich in die Planungen mit einbinden lassen.
Ein Beispiel: Sie möchten in Ihrer neuen Tagespflege möglichst viel mit den Tagespflegegästen zusammen kochen. Der Architekt plant eine kleine Verteilerküche, entfernt vom Aufenthaltsraum. Ihre Planung und Konzeptidee können Sie in der späteren Praxis kaum umsetzen, wenn so (um)gebaut wird, wie der Architekt es geplant hat.

Gibt es eine „Muster-Tagespflege“, die zu empfehlen ist? Nein. Jede der derzeit über 5.000 Tagespflegen in Deutschland ist „einzigartig“, da die Gebäude verschieden sind, in denen eine Tagespflege eingerichtet ist, die Einrichtungs- und Ausstattungsgegenstände sich je nach Kauf durch den Träger unterscheiden und die Tagespflege mit den Menschen „lebt“, die zu ihr kommen oder dort arbeiten.

Bitte achten Sie bei einer Neubau- oder Umbauplanung auf die Bauvorschriften der jeweiligen Bundesländer und deren Auslegung in den Landkreisen. Ein frühzeitiges Einbinden der entsprechenden Behörden ist unbedingt anzuraten, damit Sie bei der Abnahme der Räume oder der Erstellung einer Abstimmungsbescheinigung nicht plötzlich noch Schwierigkeiten erhalten, die die Eröffnung der Tagespflege verzögern.
In den nachstehenden Beispielbeschreibungen der einzelnen Räume einer Tagespflege wird von den Anhaltswerten für Tagespflegen in NRW für 12 Plätze ausgegangen. Für Tagespflegen mit mehr Plätzen werden diese Anhaltswerte entsprechend hochgerechnet.

Durchdacht geplant ist für den Alltag halb gewonnen.

Neben den inhaltlichen Angeboten und der dortigen qualitativen Arbeit gehört zu den Erfolgsfaktoren einer zukunftsfähigen Tagespflege die Gebäude- und Raumsituation, in der sie eingerichtet ist.

Es folgen 16 baulichen Kriterien, die zum Erfolg einer Tagespflege beitragen können. Vergleichen und prüfen Sie Ihre Planung oder Ihren jetzigen Tagespflegeraumplan mit den nachfolgenden Punkten:

  1. Erfolgsfaktor: Erreichbarkeit und Lage der Tagespflege

Eine Tagespflege an einer vielbefahrenen Bundesstraße, die von Senioren nicht überquert werden kann oder die auch für den Zubringerdienst eine Schwierigkeit darstellt, kann genauso problematisch sein wie eine Tagespflege weit ab „auf dem Lande“.
Was benötigt eine Tagespflege:
Zum einen eine gute Erreichbarkeit für Senioren, die fußläufig aus der Nachbarschaft kommen, eine gute Haltemöglichkeit für Angehörige, die Tagespflegegäste bringen und eine sichere Ausstiegsmöglichkeit von Gästen, die mit dem Fahrdienst kommen.

Zum anderen sowohl Ruhe- als auch Anreizbereiche. Damit ist gemeint, dass die Lage der Tagespflege für Gäste (und deren Angehörige) interessant sein sollte.
Ein Beispiel: Wenn eine Tagespflege am Dorfrand oder im Stadtviertel liegt und mit den Gästen fußläufig der Wochenmarkt erreicht werden kann, dann kann dies als ein positiver Faktor gewertet werden.
Weitere (negative) Beispiele: Aus einer Tagespflege an einer vielbefahrenen Hauptkreuzung in einer Stadt heraus kann man sich zwar viele Autos ansehen, bedeutet gleichzeitig aber auch viel Lärm und häufig schlechtere Luft.  Eine Tagespflege hoch oben am Berg oder am Berghang mit starkem Gefälle bedeutet, dass die Gäste im Rollstuhl oder mit Rollatoren für Spaziergänge gehandicapt sind.

Achten Sie daher bei der Planung oder beim Umzug Ihrer Tagespflege auf eine positive Lage des Gebäudes und Grundstücks und Wirkung für Ihre Tagespflege. Versetzen Sie sich auch in die Rolle von Rollstuhl-Gästen.

2. Erfolgsfaktor: Eingangsbereich

Eine Tagespflege benötigt nach den baulichen Vorschriften einen barrierefreien Zugang. Dieser kann durch eine Ebenerdigkeit oder eine entsprechende Rampe zum Eingangsbereich erreicht werden. Weiterhin sollte der Eingangsbereich eine entsprechende Größe aufweisen, damit mehrere Gäste gleichzeitig in die Tagespflege kommen können. Für 12 Plätze sieht der Raumplan NRW z.B. ca. 50 qm für den Eingangsbereich inclusive Windfang, Garderobe und Rollstuhlfläche vor. Bei einer größeren Anzahl von Tagespflegeplätzen vergrößert sich der Raumbedarf entsprechend.

Der Eingang ist das Entree für Interessierte, Angehörige und (zukünftige) Gäste. Einige Leitfragen dazu für Sie: Wie erleben Besucher Ihre Tagespflege, wenn sie zu Ihnen kommen? Wie riecht es im Eingangsbereich? Wie wirkt Ihre Tagespflege auf Besucher? Hell und freundlich und ansprechend? Wie sind Sitzmöbel dort positioniert? Einladend oder aufgereiht? Welche Informationen finden Besucher im Eingangsbereich an den Wänden oder auf Tischen? Gibt es Pflanzen, die eine wohnliche Atmosphäre schaffen?

Der erste Eindruck in Ihrer Tagespflege prägt schon die Stimmung, mit denen Gäste und Angehörige weiter in die Tagespflege gehen. Achten Sie daher auch auf abgestoßene Ecken und Kanten im Mauerwerk, auf verdreckten Putz oder Tapeten und auch auf „runde Ecken“ des Reinigungsdienstes oder Spinnweben oben an der Decke.

3. Erfolgsfaktor: Garderobe/ Rollstuhlplätze

Häufig findet sich im direkten Anschluss an den Eingangsbereich ein Garderobenbereich, in dem Gäste ihre Jacken aufhängen und ggfls. auch Wertgegenstände wie Haustürschlüssel oder Geldbörse etc. in ein persönliches, abschließbares Fach legen können. Eine entsprechende Möblierung könnte z.B. so aussehen:

Ein Raum, der offen ist und keine Tür zum Flur/ Eingangsbereich aufweist, ist vorteilhafter, weil durch eine Tür die Bewegungsfreiheit für die Tagespflegegäste beim Kommen und Gehen beeinträchtigt wird.

4. Erfolgsfaktor: Küche

In vielen Tagespflegen schließt sich nach dem Eingang der Küchenbereich an, der oftmals eine offene Verbindung zum Aufenthaltsbereich aufweist. Riechen Sie schon den gekochten Kaffee, wenn Sie morgens in die Tagespflege kommen? Oder am Nachmittag den Duft von Waffeln, wenn Sie als Angehöriger zur Abholung kommen?

Die Küche muss Ihrem Konzept entsprechen. Eine Tagespflege, in der viel selbst gekocht werden soll, benötigt entsprechende Arbeitsfläche für mehrere Gäste und Mitarbeiter, evtl. auch abgesenkte Arbeitsflächen für Gäste im Rollstuhl. Häufig finden wir in diesen Küchen einen Küchenblock, um den Gäste und Mitarbeiter stehen oder sitzen können.

Eine „Verteilerküche“, in der das Essen aus dem nahegelegenen Seniorenheim kommt und verteilt bzw. portioniert wird, benötigt im Gegensatz Platz für einen Wärmewagen (mit Stromanschluss), da das Essen häufig früher geliefert wird, als in der Tagespflege das Mittagessen aufgetragen wird.

Um die 20 qm wird als Bedarf für die Tagespflege-Küche für 12 Gäste in NRW empfohlen.

5. Erfolgsfaktor: Aufenthaltsbereich

Zuhause richtet man sich in der Regel gemütlich ein. Wenn die Tagespflege für die Gäste ein zweites Zuhause sein soll (so heißt z.B. eine neue Tagespflege in Norddeutschland: „Tagespflege Zwiete Heimaad“), dann ist es unbedingt wichtig, den Aufenthaltsbereich für die Gäste neben der Funktionalität gemütlich mit viel Atmosphäre zu gestalten. Variable Möbel (z.B. Tische mit einer 70*70 cm Platte und einem Mittelfuß, die man je nach Bedarf zusammenschieben kann), Stühle mit unterstützenden Rollen an den vorderen Beinen, vielleicht auch ein passender Schrank „wie Zuhause“, eine Anrichte etc. sollen für die Gäste funktional, aber auch ansprechend sein. Futuristische orange oder graßgrüne Kunststoffstühle haben sicherlich auch ihre Berechtigung, sind aber in einer Tagespflege aus Sicht der Tagespflegegäste ein eher ungewohnter Anblick und unüblich.

Positive und farbenfrohe Bilder an den Wänden, Gegenstände aus der Region (z.B. Arbeitsgeräte aus der Landwirtschaft für eine Tagespflege auf dem Lande) können den regionalen Bezug und die Biographiearbeit unterstützen.

Dunkle Möbel und Farben sollten eher vermieden werden, damit kein düsterer Eindruck entsteht.

Eine Reihe von Tagespflegen haben im Aufenthaltsbereich auch einen großen Flachbildschirm, um gemeinsam z.B. Spiele einer Weltmeisterschaft sehen zu können.

Ein Aufenthaltsbereich sollte z.B. in NRW ca. 40 qm bei 12 Plätzen groß sein.

6. Erfolgsfaktor: Therapieräume

Neben dem Aufenthaltsbereich wird für Tagespflegen in den Richtlinien der Bundesländer ein Therapieraum gefordert. Dieser wird häufig in der Praxis der Tagespflegen als Therapie- und Multifunktionsraum umgesetzt und genutzt.

Sie benötigen für einen Therapie- und Multifunktionsraum ebenso eine Variabilität der Möbel wie im Aufenthaltsbereich, weiterhin entsprechende Schränke, um Therapie- und Beschäftigungsmaterialien aufzubewahren. Einfach abwischbare Tischplatten und Fußböden sind sinnvoll, wenn z.B.  Bilder gemalt oder mit Ton gearbeitet wird.

Ein Therapie- und Multifunktionsraum ist häufig eher funktional eingerichtet, weil in diesen Räumen weniger der Aufenthalt, als das „Tun“ im Vordergrund steht. Richtwert in NRW ca. 30 qm bei 12 Plätzen.

7. Erfolgsfaktor: Ruheräume

Ein Ruheraum ein wichtiger Raum für die Tagespflege, besonders häufig nach dem Mitttagessen oder auch zwischendurch, besonders wenn es den Gästen mal „nicht ganz so gut geht“. Hier ist tatsächlich „Ruhe“ ein zentrales Thema, daher kann ein Ruheraum schlecht zur stark befahrenen Kreuzung ausgerichtet sein. Ein Raum mit wenig Störeffekten, Gemütlichkeit in der Farbgebung und Möblierung und evtl. gedämpftes Licht sind entsprechende Merkmale.
Vielfach findet man dort elektrisch oder manuell verstellbare Liegesessel, an deren Fußende Decken zum Zudecken für die Gäste liegen. 

In einer Tagespflege findet man häufig ein Pflegebett in einem Ruheraum, entweder, weil es vom Träger als sinnvoll erachtet oder von der Heimaufsicht gefordert wird. Ein Pflegebett macht Sinn, weil es die Ruhe- oder Hilfemöglichkeiten für die Gäste unterstützt.

Ein Ruheraum ist für viele Tagespflegegäste sinnvoll, jedoch nicht für alle. Es gibt neben den Gästen, die gerne ruhen möchten, aber auch andere Gäste, die sich lieber sich nach dem Mittagessen im Garten aufhalten oder spazieren gehen oder aber sich mit anderen sich zusammensetzen und erzählen.

In NRW sollte ein Ruheraum ca. 16 qm bei 12 Plätzen aufweisen.

8. Erfolgsfaktor: Sanitäranlagen

Eine Tagespflege mit 24 Plätzen und 3 Toiletten? Solche Pläne und Ideen sehen wir nicht selten. Können Sie gerne so planen, wird in der Praxis aber für die Mitarbeiter zu vielen Problemen führen.

Gerade nach dem Mittagessen vor der Ruhezeit und vor der Verabschiedung nach Hause besteht bei vielen Tagespflege-Gästen der Bedarf und Wunsch, die Toiletten aufzusuchen. Zu wenig Toiletten führt zu „Warteschlangen“ und manchmal auch zu ….

Tagespflegen sollten entsprechend ihrer Anzahl der Plätze ausreichende Toiletten vorhalten. Es hat sich bewährt, bei 18 Plätzen mind. 5 Toiletten, bei 24 Plätzen mind. 6 Toiletten in der Tagespflege zu haben. Mindestens eine Toilette davon muss rollstuhlgerecht und barrierefrei nach DIN 18025 Teil 2 sein.

Eine entsprechende Größe aller Toilettenräume ist ebenfalls notwendig, damit im Einzelfall Mitarbeiter die Tagespflegegäste auch begleiten können. Für männliche Gäste ist ein Urinal in einem Teil der Toiletten sinnvoll. Die Richtlinien NRW gehen von ca. 4-6 qm pro WC aus.

9. Erfolgsfaktor: Flure

Ein Flur kann mehr als ein Verbindungsgang zwischen verschiedenen Funktionsräumen sein. Ein Flur sollte funktional sein (Haltegriff an der Seite und ein entsprechender sicherer Bodenbelag, um Sicherheit beim Gehen zu ermöglichen), eine entsprechende Breite aufweisen, damit sich die Tagespflegegäste auch mit Rollatoren oder Rollstuhl begegnen können sowie Helligkeit und Licht aufweisen.

Flure bieten aber auch die Möglichkeit, neue Impulse und Anregungen zu geben, z.B. durch geeignete Fotos oder verdeckte Bilder, die aufgeklappt werden können.

Tagespflegen, die bewusst einen Flur als Rundlauf geplant haben, bieten mit verschiedenen Themen auf den Flurseiten Gäste mit Demenz immer wieder neue Anregungen an und ermöglichen Gästen mit Bewegungsdrang bei schlechtem Wetter, entsprechend im Haus „spazieren“ gehen zu können.

10. Erfolgsfaktor: Licht

In der Tagespflege muss es hell sein. „Deshalb haben wir überall Neonröhren an den Decken.“
Gutes Licht ist zwar wichtig, hell und gemütlich sollte es aber auch sein. Daher sind herkömmliche Neonröhren mit kaltem Licht eher nicht zu empfehlen.

Die moderne LED Technik ermöglicht heute, in verschiedenen Räumen verschiedene Lichtideen zu verwirklichen. Daher machen angepasste Lichtkonzepte in Tagespflegen Sinn.

Nutzen Sie daher die Möglichkeit -differenzierter als früher- das Wohlergehen der Tagespflegegäste (und Mitarbeiter) durch entsprechende Lichtkonzepte zu fördern.

Im Büro benötigen Sie eine gute Helligkeit, die sich aber auf dem Schreibtisch und Monitor nicht spiegelt. Im Ruheraum ist eher gedämpftes Licht angesagt. Der Aufenthaltsbereich sollte eine tageslichtähnliche Ausleuchtung erhalten. Usw.

Dazu kann man z.B. mit Spots an den Wänden bestimmte Stimmungs-Akzente setzen.

Bei Stehlampen achten Sie bitte auf die Gefahr von Stolperfallen durch Stromkabel.

11. Erfolgsfaktor: Garten

Eine Tagespflege muss in allen Bundesländern einen barrierefreien oder-armen Zugang zu einem geschützten Außengelände haben. Die Größe dieses Gartens bestimmt natürlich die Möglichkeiten und Optionen für die Tagespflege.

Wünschenswert ist ein überdachter Sitzplatz und Schattenplätze für Tagespflegegäste. Es gibt Tagespflegegärten, die einen Teil davon z.B. als Bauerngarten angelegt haben. Hochbeete für Rollstuhlgäste sind eine Möglichkeit, an Gartenaktivitäten teilnehmen zu können. Ein Barfußpfad ermöglicht Tagespflegegästen, ihre Füße zu stimulieren und die Natur zu spüren. Tagespflegegärten im Rahmen von Quartiersentwicklungsprozessen weisen oftmals einen kleinen Spielplatz auf. Gibt es in Ihrem Tagespflegegarten einen Kaninchen- und/oder Hühnerstall?

In einem Geräteschuppen können Arbeitsgeräte wie Spaten und Schüppe etc. gelagert werden, genauso wie die Stühle und Tische für den Außenbereich. Vielleicht wird in der Tagespflege in der warmen Jahreszeit gerne gegrillt? Auch für einen Grillwagen benötigen Sie eine Unterstellmöglichkeit.

Achten Sie auf Pflanzen, Büsche und Bäume, die nicht giftig sind, da Sie Gäste mit Demenz und deren Verhalten und Reaktionen im Außenbereich nicht ständig beaufsichtigen können. Sie haben Ihre Tagespflegegäste vor Selbst- und Fremdgefährdung zu schützen.

12. Erfolgsfaktor: Leitungsraum

Interessierte Tagespflegegäste kommen mit ihren Angehörigen in die Tagespflege. Wo finden Informationsgespräche statt? In Ihrem Leitungsraum? Oder in einem anderen Besprechungsraum? Wie ist dieser ausgestattet? Gibt es bequeme Sitzmöglichkeiten für die Gäste? Erleben diese auch in der Besprechung die positive Atmosphäre Ihrer Tagespflege? Ist dieser Raum ebenso „stimmig“ wie auch die anderen Räume oder „nur funktional“?

13. Erfolgsfaktor: Mitarbeiterraum/ Verwaltung

In einigen Tagespflegen findet die Beratung der Angehörigen durch die Verwaltungskraft statt. Wenn dies bei Ihnen so organisiert ist, dann benötigt auch dieser Raum eine entsprechende Atmosphäre für die Gespräche mit den Gästen und Angehörigen, entsprechende Sitzmöglichkeiten und auch ein Besprechungstisch, an dem man zusammen sitzen kann.

Kundenkontakte im Mitarbeiterraum sollten nicht vorgesehen werden, da dort in der Regel Arbeitsmaterialien der Mitarbeiter und auch Planungs- und Dokumentationsunterlagen der Tagespflegegäste liegen. Ein zu gemütlicher Mitarbeiterraum verführt dazu, sich vermehrt dort aufzuhalten. Ein sehr ungemütlicher Mitarbeiterraum (mit alten Sperrmüll-Möbeln) zeigt von wenig Wertschätzung gegenüber dem Mitarbeiterteam.
Hier sind ein ausgewogenes Verhältnis und eine eher positive Funktionalität wichtig. Mitarbeiter müssen entsprechenden Platz vorfinden. In NRW werden für diesen Raum ca. 20 qm bei 12 Plätzen vorgesehen.

14. Erfolgsfaktor: „besondere Räume“

Was zeichnet Ihre Tagespflege weiterhin aus? Ein Snoozleraum? Ein Raum mit einer gemütlichen Sitzecke, Herrgottswinkel oder Aufsteller für einen Stammtisch für Männer-Skatturniere oder Frauen-Strickkreise? Besondere Räume für besondere Angebote oder Funktionen erhöhen die Attraktivität Ihrer Tagespflege. In Norddeutschland gibt es eine Tagespflege, in der in einem Funktionsraum eine kleine Fahrradwerkstatt untergebracht ist. Eine Reihe von Tagespflegen haben einen „Werkraum“ für Holzarbeiten etc.

15. Erfolgsfaktor: Belüftung und Beheizung

Senioren haben im Alter häufig einen höheren Wärmebedarf, weil sie sich körperlich nicht mehr so aktiv bewegen (können). Daher ist in der Tagespflege darauf zu achten, dass die Tagespflegegäste nicht frieren. Gleichzeitig sind die Räume aber auch vor Überhitzungen z.B. im Sommer durch Verschattungen oder im Winter durch eine zu hohe Heizungseinstellung zu schützen.
Die Temperatur in den einzelnen Räumen sollte von den Funktionen des Raumes abgeleitet werden.

Eine entsprechende regelmäßige und angepasste Belüftung unterstützt die Atmosphäre in der Tagespflege und schafft verbrauchte Luft und schlechte Gerüche nach draußen. Achten Sie darauf, dass Tagespflegegäste nicht im Luftzug sitzen, da dieser sie evtl. auskühlen kann und erkranken lässt.

16. Erfolgsfaktor: Akustik

Hallt es in Ihren Räumen, weil Sie viele glatte Flächen auf dem Boden und an der Decke und an den Wänden haben? Haben Sie in dem Aufenthaltsbereich ständig eine höhere Lautstärke als in den anderen Räumen?
Starke Lärmbelästigung ist für alle Anwesenden belastend und macht schlechte Laune. Dies steht im Widerspruch zu den Zielen einer Tagespflege, einen guten und sinnvollen Tag für den Gast anzubieten. Wenn Sie in den verschiedenen Räumen Akustikprobleme haben, nehmen Sie sich dieser Thematik an. Schallabsorberplatten für die Decke oder Wände oder als Raumteiler sind z.B. effektive Schallschutzelemente. Gardinen und Vorhänge (achten Sie auf den Brandschutz!) schaffen Gemütlichkeit und schlucken Schall.

Zusammenfassung:

Achten Sie auf „Normalität“, Gemütlichkeit und Funktionalität in Ihrer Tagespflege. Ermöglichen Sie durch die baulichen Umsetzungen und sinnvolle Möblierungen einen „guten Tag“ für Ihre Tagespflegegäste und Ihre Mitarbeiter. Dabei sind immer die landesspezifischen Vorgaben, Bedingungen und Empfehlungen der Behörden zu beachten.

Eine Checkliste im Download-Bereich kann Ihnen die baulichen Stärken und Schwächen Ihrer Tagespflege aufzeigen, um dann daraufhin gegebenenfalls Veränderungen angehen zu können.

Zwei Leitfragen zum Abschluss:
Würden Sie selbst im Alter gerne in diese Tagespflege gehen?
Würden Sie mit einem guten Gefühl Ihre pflegebedürftigen Angehörigen in diese Tagespflege bringen?
Wenn Sie beide Fragen mit „ja“ beantworten, haben Sie aus baulicher Sicht vieles richtig gemacht.